Übung: Atempause mit Sinn

Achtsamkeit

Heute habe ich eine neue Achtsamkeitsübung ausprobiert und habe festgestellt, dass sie mir richtig gut tut. Daher möchte ich sie hier mit dir teilen:

 

Ich komme gerade von einem Spaziergang im Grünen zurück – ein wichtiges Ritual für mich, auf das ich nicht verzichten könnte. Denn am allerliebsten bin ich eigentlich draußen. Gelegentlich erwische ich mich aber dabei, dass ich recht unachtsam unterwegs bin. Ich laufe durch die wunderschöne Allgäuer Landschaft direkt vor meiner Haustür und bekomme kaum etwas davon mit, sondern tauche schon nach wenigen Schritten in Gedanken ab.

 

Manchmal ist das sehr produktiv, weil ich die besten Ideen beim Spazierengehen habe. An anderen Tagen wiederhole ich nur die immer gleichen und wenig sinnvollen Grübelschleifen und wache erst wieder auf, wenn ich an meinem Auto stehe – und mich kaum daran erinnern kann, wo ich gerade war.

Natürlich tut mir das Spazierengehen auch dann gut, weil Bewegung, frische Luft und Sonnenlicht einfach heilsam und gesund sind. Aber noch besser finde ich es, wenn ich bei meinen Runden auch „dabei“ war und die Schönheit der Natur nicht verpasst habe.

 

30 Atemzüge lang ganz da sein

Heute habe ich Folgendes versucht:
Ich komme auf einer meiner gewohnten Runden bei einigen Bänkchen vorbei. Anstatt wie so oft vorbei zu huschen, weil irgendetwas in mir der Meinung ist, dass ich keine Zeit habe, um mich hinzusetzen, bin ich diesmal mehrmals stehengeblieben und habe mir eine Pause gegönnt. Dabei habe ich bewusst 30 x tief in meinen Bauch ein- und ausgeatmet und meine Sinne für alles geöffnet, was mich umgibt. Ich habe die Farben und Formen der Pflanzen und Steine, das Spiel von Licht und Schatten wahrgenommen. Ich habe den Vögeln und dem Wind zugehört, die kühle Bank unter meinem Gesäß gespürt und die warme Sonne auf meiner Haut. Ich habe den Duft von frisch gemähtem Gras und kühlem moosigem Waldboden registriert.

Ich habe nicht über die Dinge nachgedacht, sondern mich einfach für die sinnlichen Eindrücke geöffnet, sie innerlich kurz benannt („Das Rauschen des Windes“, „Ein beeindruckendes Schattenspiel“, „Hmmmm, frisches Heu“, „Hellgrüne Blätter vor blauem Himmel“, „Ein Muster in der Eichenrinde“, „Kühle von unten“, „Hallo Vogel!“) und jeden Eindruck dann auch gleich wieder losgelassen.

Nach 30 Atemzügen habe ich mich bei dem Platz bedankt und bin weitergegangen.

Insgesamt habe ich vielleicht fünf Minuten länger gebraucht als sonst – aber mich danach deutlich präsenter, geerdeter und zufriedener gefühlt als sonst. Ich nehme mir also künftig für meine Spaziergänge alleine vor, mindestens zwei Mal diese Übung einzubauen.

Vielleicht hast du ja auch Lust, sie einmal auszuprobieren?
Glaub mir, es lohnt sich.

 

 

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