Gemeinsam (ab und zu) Monster sein

Eine Freundin hat einmal zu mir gesagt: "Wir denken doch immer, dass alle andern blau und glitzernd sind - und wir das einzige grüne, schleimige Monster."

Dieses Bild ist hängengeblieben und tröstet mich, wenn ich mal wieder vergesse, dass wir uns alle ab und zu grün und schleimig fühlen. Dass das zum Leben und Menschsein dazugehört.

 

 

Wie ähnlich wir uns alle sind und wie uns gerade unser Leiden, unsere Ängste und unsere Macken verbinden, können wir besonders gut in einer spirituellen Gemeinschaft (im Buddhismus: Sangha) erfahren. Während wir im Alltag oft genug unsere "Schleimigkeit" verbergen, dürfen wir in einer Gruppe Gleichgesinnter auch mal die Schutzschilder und Leuchtreklamen abnehmen und uns zeigen wie wir als Menschen alle sind: unvollkommen. Und wenn wir uns in guter Gesellschaft befinden, dann wird man uns mit Wohlwollen, Akzeptanz und Liebe begegnen. Der eine andere wird sogar nicken und lächeln und sagen: "Aumann, ja, das passiert mir auch immer wieder!" Und in diesem Moment fühlen wir uns nicht nur ein Gramm leichter, sondern auch: verbunden.

 

Und Verbundenheit, darum geht es im Yoga. Wir verbinden uns mit uns selbst, mit einem größeren Ganzen - aber eben auch mit anderen. Wir weben uns ein in ein Netz, das uns trägt und in dem wir uns aufgehoben fühlen dürfen. Tara Brach drückt es in ihrem Buch "True Refuge" so aus:

 

"Having spiritual friends is not a superficial comfort. It helps free us from a trance of separation so deep that we are often not aware of it. Conscious relationships shine a direct light both on our layered feelings of unworthiness and loneliness, and on the truth of our belonging. We begin to respond more compassionately and actively to the suffering of the world. Our real community, we discover, includes all beings. As we relax and trust this belonging to the web of life, we recognize the one awareness that shines through each being."

 

Es macht also absolut Sinn, die enge Welt der eigenen Yogamatte gelegentlich zu verlassen und sich Gefährten zu suchen, eine Gemeinschaft, mit der man praktizieren, sich austauschen, sich aufgehoben fühlen kann. Eine Monster-AG quasi.

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