Entfalten statt verknoten

Wenn meine eigene Praxis zu starr zu werden droht, sehe ich mir gerne dieses Video von Angela Farmer an: "The Feminine Unfolding".

Der Retreat, den ich vor einiger Zeit bei Angela & Victor  besucht habe, hat meine Praxis spürbar verändert und bereichert. Denn es besteht durchaus die Gefahr, dass wir auf der Matte immer mal wieder vergessen, worum es wirklich geht. Nämlich nicht darum, ein Asana möglichst perfekt auszuführen und immer "besser" zu werden. Sondern lieber herauszufinden, was unser Körper gerade möchte. Was uns jetzt, in diesem Moment, gut tut. Sich nicht hineinzupressen in eine Pose, sondern eine eigene Form zu finden, sich auszudrücken, zu entfalten. Oder um Vanda Scaravelli zu zitieren: "Do not kill the instinct of the body for the glory of the pose."

 

Dieses Video erinnert mich immer wieder daran, während meiner Praxis gut hinzuspüren, in welche Richtung sich mein Körper grade bewegen, strecken, dehnen möchte. Ob mir gerade eine kraftvolle, stabile Ausführung gut tut oder vielleicht mehr ein sanftes Räkeln, Wiegen, Kreisen, Pulsieren. Dabei entdecke ich  meinen Körper auf eine achtsame, liebevolle und kindlich neugierige Weise und erfreue mich an seinen Möglichkeiten. Ich erfahre, wo gerade Spannung sitzt und wo ich noch mehr Loslassen, mich sinken lassen kann und möchte. Ich lasse meinen Körper zu mir sprechen anstatt ihm zu sagen, wo er sich in welche Richtung verbrezeln muss. Das Ergebnis ist eine wunderbar fließende Praxis, wie eine Streicheleinheit für Körper und Seele. So wird aus Yoga mein Yoga.

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