Burn-out ist ein Signal für Veränderung

Der enorme Druck und das extrem hohe Tempo unseres Alltags fordert immer mehr Opfer. Irgendwann sind die Leistungsgrenzen erreicht und die Erschöpfung ist so groß, dass nichts mehr geht. Die Diagnose lautet: Burn-out. Die Krankmeldung verhilft endlich zu einer ärztlich legitimierten Pause vom Alltagsstress. Was aber, wenn die Reaktion dieser Menschen gar nicht so krank - sondern eher im Gegenteil - ziemlich gesund ist?

 

Erschöpfung als gesundes Signal auf ungesunde Lebenssituationen

Die österreichische Psychotherapeutin und Mediatorin Rotraud A. Perner schreibt in ihrem lesenswerten Buch "Der erschöpfte Mensch": "Ich definiere Burn-out nicht als Krankheit, sondern als eine mögliche gesunde Reaktion auf ungesunde - gesundheitsschädliche - Lebenssituationen."  Eine neue Betrachtungsweise, die nicht nur dazu beitragen kann die Stigmatisierung der Erschöpften als Kranke zu verhindern, sondern auch deutlich macht, warum eine Pause nicht genug ist. Denn wer danach in die gleichen Umstände zurückkehrt und keine neuen Reaktionsweisen erlernt hat, wird schnell wieder am Ende seiner Kräfte sein.

 

Der Kompass für die Veränderung liegt in uns

Für eine echte Veränderung dagegen braucht man Mitgefühl mit sich selbst - das Erkennen und Anerkennen der eigenen Gefühle - sowie die Entwicklung eigener Maßstäbe und Grenzen. Und diese Entwicklungsarbeit kann uns kein Arzt oder Burn-out-Experte abnehmen. Dazu müssen wir den Blick nach Innen richten, unseren eigenen Kompass finden: "Was für uns wirklich wichtig und wohltuend ist, können wir hauptsächlich intuitiv erkennen - wenn wir uns die Zeit nehmen, uns so weit zu ent-spannen, dass wir den Kern unseres Wesens spüren können... Das ist der geistige Ort, in dem wir "in Balance" kommen und "ganz" werden können, im Ein-Klang mit uns selbst.", so Perner.

 

Mit Yoga in Ein-Klang kommen

Damit wird auch klar, warum Yoga häufig als ergänzende Maßnahme bei Erschöpfungszuständen und als Burn-out-Prophylaxe eingesetzt wird: Durch die sanfte Bewegung und schrittweise Entspannung kommen wir in Kontakt mit uns selbst. Wir entwickeln mehr Achtsamkeit und lernen die eigene Stimme herauszuhören aus dem Stimmengewirr, das manchmal in unserem Inneren herrscht. Wir akzeptieren wie die Dinge sind - und gewinnen so die Kraft zu Veränderung. So wird die Matte zu einem Ort an dem wir unser Licht neu entzünden können.

 

Wenn Du Dir eine individuelle Yogapraxis wünscht, die Dich optimal dabei unterstützt, neue Kraft zu schöpfen und zu ent-spannen, empfehle ich Dir den Yoga-Einzelunterricht. Wenn Du an einem Gruppenkurs teilnehmen möchtest, findest Du hier alle Infos dazu.

 

Bild: © Maria Lanznaster/pixelio.de